Edewecht verpasst Sensationssieg gegen Spitzenreiter

Der VfL Edewecht bringt eine 8 Tore Führung nicht ins Ziel. Angst vor der eigenen Courage oder fehlendes Glück bei manchen Entscheidungen der Schiedsrichter führt zur Niederlage.



 

von Lars Puchler und Axel Baumeyer

Edewecht Die Enttäuschung saß tief bei den Handballer des VfL Edewecht. Gerade hatten sie nach einer überragenden ersten Halbzeit gegen den Oberliga-Tabellenführer ATSV Habenhausen den Sieg am Ende doch noch haarscharf aus den Händen gegeben. Das Team von Trainer Niels Bötel hatte es nicht geschafft, eine sensationelle 18:10-Halbzeitführung über die Zeit zu retten und verlor unglücklich mit 26:27.

Die erste Halbzeit war wohl die Beste des VfL in dieser gesamten Saison. Die Abwehr arbeitete fast fehlerlos, und im Angriff wurden die Spielzüge konsequent zu Ende gespielt. Besonders Tobias Weihrauch mit vier Toren und Renke Bitter mit acht Treffern setzten Akzente und spielten den Tabellenführer praktisch an die Wand. Nach 30 Minuten führten die Ammerländer völlig verdient mit 18:10.

Eine Überraschung bahnte sich an – doch der Spitzenreiter aus Habenhausen reagierte im Stile einer Klassemannschaft. Sie kamen nach der Paus uns der Kabine und setzten sofort zur Aufholjagd an. Schon nach zehn Minuten hatten sie den Rückstand halbiert (20:16).

Nun klappte beim VfL fast nichts mehr. Technische Fehler und Fehlwürfe führten immer wieder zu Torchancen für den ATSV, der diese auch nutzte. Nach 50 Minuten erzielte Miro Schluroff folgerichtig den Ausgleich zum 22:22. Die letzten zehn Minuten wurden dann zu einem Drama mit dem besseren Ende für die Habenhausener. Einige Entscheidungen der Schiedsrichter fielen nun aus Sicht der Edewechter etwas unglücklich gegen den VfL aus, so musste Renke Bitter nach 57 Minuten mit der Roten Karte auf die Tribüne.

Eine Minute später ging der ATSV in Überzahl mit 27:26 in Führung und hatte den Ball bereits wieder erobert. Acht Sekunden vor Schluss bekamen ihn die Gastgeber in die Hände und nutzten die Zeit für einen letzten Angriff. Kai Schildknecht kam dann am Kreis plötzlich völlig frei zum Wurf, scheiterte aber am überragend reagierenden ATSV-Torhüter.

Wären die Edewechter vor dem Spiel mit diesem Ergebnis sicher nicht allzu traurig gewesen, so wog die Enttäuschung nach diesem Spielverlauf deutlich schwerer.